WM-Spieltag 23: Streifen gegen Swoosh

Der Wettstreit der großen Fußballnationen um den Platz an der Sonne findet seine Entsprechung im Duell Nike gegen Adidas. Beide Sportartikelhersteller liefern sich seit längerem einen vehementen Kampf um die Vorrangstellung in der Sportartikelindustrie. Besonders erbittert tobt der Fight im Fußballsegment. Heute Abend entscheidet sich, ob es nach der gestrigen Gala des deutschen Teams ein reines Adidas-Finale gibt. Es wäre das erste seit 1990!

Nike und Adidas rüsteten die Mehrzahl der diesjährigen WM-Mannschaften aus. Zehn Teams trugen den Swoosh auf ihren Trikots, neun die drei Streifen. Damit haben sich die Vorzeichen im Gegensatz zu 2010 leicht verschoben, als Adidas noch zwölf und Nike neun Teams ausstattete. Je zwei Teams der beiden Weltmarken schafften es ins diesjährige Halbfinale: ein Abbild der letzten Turniere. In vier der fünf WM-Finals seit 1998 standen sich je ein Adidas- und ein Nike-Team gegenüber. Nur einmal drängelte sich Puma dazwischen und errang mit Italien 2006 prompt den WM-Titel.

Adidas mit den meisten WM-Titeln vor Umbro
Bei den WM-Titeln bleibt Adidas unerreicht und könnte seinen Vorsprung am Sonntag noch ausbauen. Laut dem Internetportal spoteo.de liegen die Herzogenauracher mit vier Titeln vorne (Argentinien 1978, Deutschland 1990, Frankreich 1998, Spanien 2010), vor Umbro mit drei (Brasilien 1962 und 1994, England 1966), dem Adidas-Ableger Le Coq Sportif mit zwei (Italien 1982, Argentinien 1986) und Erima (Deutschland 1974), Nike (Brasilien 2002) sowie Puma (Italien 2006) mit je einem Titel.

Der Poker um die Nationalteams
In jüngerer Zeit konnte Nike mit den Nationalteams von England und Frankreich zwei zugkräftige Werbeträger an Land ziehen. Die Franzosen warben sie von Adidas ab, was vor einigen Jahren beinahe auch im Falle des DFB geklappt hätte. Die konservative Verbandsspitze beschied jedoch in Nibelungentreue zur Weltmarke aus Franken zu stehen. Adidas luchste wiederum Nike vor einigen Jahren die mexikanische Nationalelf ab und hat seitdem neben Argentinien ein zweites Schwergewicht des lateinamerikanischen Marktes in seinem Portfolio. Auch das Rennen um Europas heißeste Ware hat Adidas gemacht. Dem Vernehmen nach wird Belgien ab der kommenden Saison mit den drei Streifen auflaufen, nachdem sie in den letzten Jahren von Burrda ausgerüstet wurden. Einem mit katarischen Millionen gepushten Newcomer in der Sportartikelindustrie, der seinen Sitz in der Schweiz hat.

Die Kronjuwelen
Neben Spanien, der Übermannschaft der letzten Jahre, ist die DFB-Elf die sportlich wichtigste Hausnummer von Adidas. Nike setzt seit Mitte der 1990er ganz klar auf Brasilien. Die Niederländer erweisen sich nach 2010 erneut als wertvolles Team für den US-Konzern, während Engländer oder Portugiesen bislang vieles schuldig blieben.

Spieler noch wichtiger als Nationalteams
Doch die Fußballteams sind das eine. Noch wichtiger sind letztlich die Fußballer. Da die Profis nicht an den Ausrüster ihrer Teams gebunden sind, rangeln die Kickschuh-Produzenten vehement um die besten Spieler. Sie geben den Werbekampagnen ein Gesicht und transportieren durch ihre individuelle Klasse ein besonderes Markenimage. Die opulenten WM-Werbespots von Nike und Adidas geizen deshalb nicht mit den Superstars der Branche.  Durch eine breite Streuung versuchten beide, die Chancen den Superstar des Turniers abzubilden zu erhöhen. Schon vor dem Halbfinale ließ sich sagen: den Herzogenaurachern ist dies wesentlich besser gelungen als ihren US-Rivalen.

Nikes Werbeikonen enttäuschen
Zlatan Ibrahimovic ist eine internationale Marke und schaffte es deshalb auch ohne WM-Teilnahme in den Nike-Spot. Bei den weiteren Protagonisten bewiesen die Amerikaner kein glückliches Händchen. Franck Ribéry reiste wegen einer Verletzung gar nicht erst an. Andres Iniesta, Wayne Rooney und Cristiano Ronaldo enttäuschten in der Vorrunde und fuhren schon wieder heim, als es erst richtig losging. US-Keeper Tim Howard ist ebenfalls ausgeschieden, wusste aber durch seine Leistungen zu überzeugen. Bleiben nur noch Neymar und David Luiz. Neymar hielt, was er versprach, fehlte allerdings in der entscheidenden Phase des Turniers verletzungsbedingt. David Luiz ging schließlich gestern als Ersatz-Kapitän mit der Selecao unter. Mit Mario Götze blieb Deutschlands einzig vielversprechender Nike-Spieler außen vor: im Spot wie im Turnierverlauf.

Adidas setzte auf die richtigen Spieler
Adidas setzte voll auf Lionel Messi und strickte im Trailer seine anderen Testimonials um ihn herum. Messi zahlte die in ihn gesetzten Hoffnungen zurück. Er allein hielt das Team auf Kurs und hat gute Chancen mit seinen Argentiniern ins Finale einzuziehen. Einziger Negativwerbeträger in dem Adidas-Filmchen ist Luis Suarez, der zwar gegen England traf, aber gegen Italien biss und damit für einen der Skandale des Turniers sorgte. David Villa konnte mit Spanien nichts Zählbares erreichen, wohingegen neben Messi mit Dani Alves, Bastian Schweinsteiger und Robin van Persie die Halbfinalteilnehmer Nummer zwei bis vier vertreten waren. In dem Spot nicht mit von der Partie sind Angel di Maria, Arjen Robben und Memphis Depay, die bei der WM positiv in Erscheinung traten. Zudem fehlt der Shootingstar des Turniers und aktuell noch beste Torjäger, der ebenfalls die schnittigen Treter mit den drei Streifen trägt: James Rodrigues aus Kolumbien. Adidas hat also noch einige Hochkaräter in der Hinterhand, weshalb man für die WM 2014 getrost behaupten kann: Vorteil Adidas.

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