Bundesliga: Profis ohne Einsatzzeit

Am kommenden Wochenende startet die Bundesliga in ihre Rückrunde. 16 namhafte Profis hoffen auf eine Art Neustart, denn hinter ihnen liegt ein vollkommen verkorkstes Halbjahr. Sie standen in keiner einzigen Minute auf dem Platz.

Laut kicker warten in der aktuellen Saison noch rund 100 Spieler aus den Kadern der 18 Bundesligisten auf einen Bundesliga-Einsatz. Die allermeisten von ihnen sind nur zur zweiten oder eher noch zur dritten Garde zu zählen, und haben kaum reale Chancen einmal mitzumischen. Ein besonderes Schicksal fristen die Torhüter Nummer zwei und drei in ihren Klubs, die nur in Ausnahmefällen zwischen die Pfosten dürfen. Es gibt allerdings auch Spieler, die in der Hinrunde 2014/15 einen Salto Nullo vorweisen, obwohl sie eigentlich zur ersten Garde zählen müssten.

Kein Pflichtspieleinsatz 2014: HSV-Profi Maximilian Beister
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Die Verletzten
Die Gründe sind schnell erzählt. In den meisten Fällen machten langwierige Verletzungen einen Einsatz unmöglich. Dabei entpuppt sich das Knie als ein besonders wunder Punkt bei den Fußballprofis. Sofern ein Spieler die komplette Hinrunde verletzungsbedingt ausfiel, dann war fast immer ein Knieschaden im Spiel. Besonders hart traf es HSV-Profi Maximilian Beister, der im Kalenderjahr 2014 keine einzige Partie absolvierte. Zunächst setzte ihn ein Kreuzbandriss außer Gefecht, dann ein Meniskusschaden. Ein nicht minder großer Pechvogel ist Herthas Alexander Baumjohann. Im August 2013 riss das Kreuzband. Zum Saisonende hatte er sich wieder herangekämpft und fast auf den Tag genau ein Jahr nach seinem ersten erlitt er den zweiten Kreuzbandriss. Die Bundesliga-Hinrunde war gelaufen, trotz 11 Minuten im DFB-Pokal. Auch Bayerns Thiago Alcantara schiebt reichlich Frust. Ende März 2014 verletzte er sich am Innenband seines rechten Knies. Zweimal zog er sich beim Wiedereinstieg prompt eine erneute Verletzung am Innenband zu, so dass er mittlerweile zehn Monate fehlt. Für eine Innenbandverletzung wahrlich ungewöhnlich. Nachvollziehbar, dass die Bayern nicht gut auf den Arzt in Barcelona zu sprechen sind, der die Behandlung der Verletzung übernommen hatte. Dass Leon Goretzka mit einem Muskelbündelriss die komplette Hinrunde verpasst, war zum Zeitpunkt der Diagnose ebenfalls nicht absehbar. Und Kölns Patrick Helmes laboriert an einem Knorpelschaden. Allerdings nicht im Knie, sondern in der Hüfte! Zukunft momentan ungewiss.

Verletzte Spieler

Die Gefrusteten
Einige Profis, sind in ihren Klubs in der Sackgasse gelandet, obwohl man ihnen zu Saisonbeginn zumindest ein wenig Einsatzzeit zugetraut hatte. Doch ihr Coach hatte schlichtweg keine Verwendung für sie. Exemplarisch seien Dong-Won Ji und Hany Mukhtar genannt, die mittlerweile den Verein gewechselt haben. Dortmunds Südkoreaner Ji fiel dabei weich, fand er doch im FC Augsburg einen neuen Arbeitgeber, der zugleich sein alter ist. Eine gestiegene Wertschätzung dürfte ihm also gewiss sein. Der 19-jährige Hany Mukhtar schoss im Sommer 2014 die deutsche U19-Nationalelf an der Seite des Bremers Davie Selke zum EM-Titel. Hertha BSC brachte ihn in der zurückliegenden Hinrunde zwar nicht zum Einsatz, wusste aber um seine Fähigkeiten und wollte seinen Vertrag verlängern. Der Jungprofi wollte hingegen nicht länger auf sein Glück warten und sucht es fortan beim portugiesischen Schwergewicht Benfica Lissabon.

Gefrustete Spieler

Die Hinterhand-Profis
Wiederum andere Profis biegen auf die Zielgerade ihrer Karrieren ein. Sie gelten als verdiente Spieler, dürften aber nur noch dann zu Einsatzzeiten kommen, wenn absolute Not am Mann ist. Exemplarisch seien Filip Daems (immerhin noch offizieller Kapitän) und Thorben Marx von Borussia Mönchengladbach genannt. Beide standen in den ersten 17 Saisonspielen tatsächlich keine einzige Minute auf dem Feld und saßen nur selten auf der Bank, obwohl sie nicht verletzt waren. Marx durchlebt schon seine zweite Spielzeit im Wartestand. In der vergangenen Saison kam er nur auf zwei Kurzeinsätze. Dennoch lassen die Gladbacher die beiden nicht fallen, da sie sie im Fall von Sperren oder Verletzungen als Backup gelten. Karim Haggui vom VfB ist zwar oft im Kader, aber nie mittendrin auf dem Platz. Seine Wertschätzung scheint – laut Medienberichten – innerhalb der Mannschaft groß zu sein. Trainer Huub Stevens würde ihn hingegen – laut Medienberichten – ziehen lassen. Martin Amedick saß in Paderborn bereits in der letztjährigen Aufstiegssaison mehr draußen, als dass er auf dem Platz mitwirkte. Spätestens als er nicht im Aufgebot für das Erstrunden-Pokalspiel in Leipzig stand, war klar, dass er keine Rolle mehr bei den Ostwestfalen mehr spielt. Seither agiert der ehemalige Dortmunder, Lautrer und Frankfurter Profi nur noch in der 2. Mannschaft. Auf der Homepage der Paderborner wird er schon gar nicht mehr im Lizenzspielkader geführt. Amedick nahm seine Ausbootung damals leicht. Der kicker zitierte den gebürtigen Paderborner im August: „Familiäres Glück ist manchmal mehr wert, als auf Biegen und Brechen in der 3. Liga einen Vertrag zu bekommen.

Hinterhand-Profis

Und dann war da noch …
… der Frankfurter Jan Rosenthal, der sich in einer besonders unbefriedigenden Situation befindet. Er erkrankte im Sommer an einer rätselhaften Viruserkrankung, die nicht genau diagnostiziert werden konnte. Erst im November stieg der 158-fache Bundesligaspieler wieder allmählich in den Trainingsbetrieb ein. In den Planungen von Trainer Thomas Schaaf spielt er dennoch keine Rolle mehr und kann den Verein verlassen.

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