Mergim Mavraj: „Viele dachten: Ach was, den Klub gibt es noch?“

Mergim Mavraj (Quelle: kickschuh.wordpress.com)

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Mergim Mavraj (1. FC Köln), startete seine Karriere bei den Lilien. Mittlerweile kann der aktuelle Nationalspieler Albaniens auf fast 100 Bundesligaspiele und 86 Zweitligaspiele zurückblicken. Ich sprach mit ihm vor dem Saisonfinale in der 2. Bundesliga über seine Zeit in Darmstadt, wie er die Mannschaft des SVD bewertet und ob es am Sonntag zum Bundesligaaufstieg kommt.

Mergim, am vergangenen Sonntag spielte Darmstadt in Fürth. Die Lilien waren Deine erste Station, bei Fürth hast Du bis zum vergangenen Sommer gespielt. Was bedeutete die Partie für dich?
Ich war sogar im Stadion. Fürths Präsident Helmut Hack hatte mich eingeladen und ich war vor dem Spiel in der Kabine der Fürther. Das Spiel „meiner“ beiden Vereine von der Tribüne aus anzuschauen, war wirklich ein komisches Gefühl.

Für wen hast Du die Daumen gedrückt?
Das haben mich viele gefragt. Ich kann es offen gestanden gar nicht so richtig beantworten. Als die Hymne „Oh Lilie“ gespielt wurde, war das auf jeden Fall schon krass. Ehrlich.

Da hättest Du am liebsten eingestimmt?
Sie ist auf jeden Fall schöner als die Fürther. (lacht und überlegt) Ich glaube, ich war emotional ein wenig stärker an Darmstadt dran. Vielleicht, weil es schon so lange her ist und viele Erinnerungen mitschwingen. Fürth ist da noch zu frisch.

Wie war Dein Eindruck vom Spiel der Lilien?
Ich habe sie in dieser Saison zum ersten Mal live gesehen. Spielerisch war das diesmal zu wenig. Da war ich doch ein wenig überrascht. Umso mehr als sie ja Tabellenzweiter sind. Aber im Endeffekt musst Du in der 2. Liga genauso spielen wie die Lilien: Ergebnisfußball, kampfbetont, schnörkellos, mit langen Bällen. Gerade als Aufsteiger und mit ihrem Kader. Tun sie es nicht, dann ist das eine falsche Selbsteinschätzung. Wenn du anfängst Dinge spielerisch zu lösen, dann wird das nichts. Bei viel besseren Mannschaften, wie dem 1. FC Köln letztes Jahr oder Ingolstadt in diesem Jahr, da geht das vielleicht. Aber eben nur bei ein, zwei Teams pro Saison.

Welche Spieler sind Dir positiv aufgefallen.
Brégerie ist ein guter Spieler, muss ich schon sagen. Er spielt gute Pässe, versucht Situationen fußballerisch zu lösen, wenngleich ich ihn defensiv nicht so stark empfinde. Sulu habe ich genau anders gesehen. Er ist defensiv stabiler und präsenter, schlägt aber viele lange Bälle. Der Linksverteidiger [Fabian Holland] und die Spieler im zentralen Mittelfeld haben ihre Aufgaben in Fürth ganz gut gelöst.

Welchen Bezug hast Du eigentlich noch zu Darmstadt 98?
Ich kenne natürlich keine Spieler mehr. Auch die Trainer und die Physios sind mittlerweile weg. Lediglich Tom Eilers aus dem Management und Richi Hasa, der heute die A-Junioren trainiert, kenne ich noch persönlich.

Mit Jan Rosenthal und Marcel Heller bist Du immerhin bei der U21-Nationalelf zusammengetroffen.
Das stimmt. Der Marcel Heller war damals bei Siegen und hat in der 3. Liga gegen uns gespielt. Ich kann mich noch gut erinnern, wie er damals auf uns geschimpft hat. (lacht)

Wie denkst Du heute über Deine Zeit bei den Lilien?
Es war eine sehr gute Zeit. Ich denke immer gerne daran zurück. Darmstadt war der erste Karriereschritt für mich und der erste Schritt ist immer der bedeutendste und für mich der emotionalste. Nach dem Abstieg in die 4. Liga, nach den ganzen finanziellen Problemen ist es großartig, dass der Verein gerade positive Schlagzeilen macht. Das freut mich. Durch den Erfolg der letzten Zeit, ist der SVD deutschlandweit omnipräsent. Viele hatten gedacht: Ach was, den Klub gibt es noch?

Was meinst Du, steigen die 98er am Sonntag auf?
Ja, die Lilien packen das.

Obwohl Du sie am Sonntag nicht so stark gesehen hast und Pauli zuletzt dreimal gewann?
Ja, das ist egal. Darmstadt gewinnt. Ich würde mich für den Verein freuen, nach den ganzen Problemen der Vergangenheit.

Dann käme es womöglich zu Deinem ersten Gastspiel am Böllenfalltor.
Eine gute Vorstellung, mal wieder in Darmstadt zu spielen. (schmunzelt)

Mergim, besten Dank für das Gespräch.

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