Was die Underdogs der Vorjahre die 98er lehren

Der Bundesligastart rückt näher. Der krasse Außenseiter kommt aus Darmstadt. Zwei Aufstiege infolge spülten die Südhessen vollkommen unvermittelt ganz nach oben. Niemanden würde es überraschen, wenn die 98er prompt wieder absteigen, wie die Underdogs der Vorjahre. Was lässt sich aus dem Abschneiden von Fortuna Düsseldorf, Eintracht Braunschweig, der SpVgg Greuther Fürth und dem SC Paderborn 07 ablesen? Beispielsweise, dass ein Lilien-Sieg am 1. Spieltag sehr wahrscheinlich ist.

Ach ja? Absolut! Das zeigen die Vergleiche der letztjährigen Außenseiterteams gegen Darmstadts Auftaktgegner Hannover 96. Gegen keinen anderen Bundesligisten schnitten sie besser ab. Düsseldorf gewann gegen Hannover einen der beiden Vergleiche, Braunschweig holte vier Punkte und Paderborn gewann sogar beide Spiele gegen die Niedersachsen. Alle drei siegten dabei in ihren Heimspiele. Wenn das mal keine guten Vorzeichen für die Lilien sind. Selbst Fürth, das keines seiner 17 Bundesliga-Heimspiele gewann, hatte die 96er im eigenen Stadion am Haken. So berichtete der kicker damals: „Fürth hatte leidenschaftlich agiert, aber beste Chancen liegenlassen und unterlag schließlich eiskalten Gästen, die ihrerseits brutal effektiv agierten und die Punkte allesamt entführten.“ Ein Gegentreffer in der 87. Minute besiegelte die unglückliche Niederlage der auf Sieg spielenden Fürther. Trotzdem, oder gerade deshalb, sollte für die 98er gegen die 96er etwas drin sein.

In Wolfsburg und beim VfB geht was
Welche der etablierten Bundesligisten zeigten noch Auffälligkeiten in den Duellen gegen die ‚Eintagsfliegen‘? Da gibt es einige. Zu ihnen zählt überraschenderweise der VfL Wolfsburg. Bleibt sich der ‚VW-Klub‘ treu, dann dürfen sich 98er-Kapitän Aytac Sulu und seine Jungs darauf einstellen, Zählbares aus Niedersachsen mitzubringen. Düsseldorf, Fürth und Paderborn holten dort je ein Remis. Braunschweig gewann sogar beim Spitzenteam. Auch eine Reise nach Stuttgart verspricht Punkte. Fürth gewann, die anderen spielten Unentschieden. Selbst in Leverkusen liegt ein Achtungserfolg im Bereich des Möglichen: Braunschweig und Paderborn entführten je einen Bonuspunkt. Lässt man die notorisch heimschwachen Fürther außen vor, dann spricht die Bilanz der letzten Jahre dafür, dass Mainz und Hoffenheim dankbare Gäste am Böllenfalltor sein könnten. Sie verloren – oder gewannen zumindest nicht – in Paderborn, Düsseldorf und Braunschweig. Bremen tat sich gegen die Aufsteiger schwer und gewann nur drei der fünf Duelle, verlor zugleich aber keines. Am wenigsten überrascht der HSV als Punktelieferant. Außer Fürth, die nur ein Remis erzielten, holten die anderen drei je einen Sieg.

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Gegen Bayern, Dortmund und Gladbach wird es schwer
Auf der anderen Seite der Skala stehen die Teams, gegen die für die Underdogs wenig ging. Gegen die Über-Bayern reichte es zu kaum mehr als einer Lehrstunde. Alle vier verloren beide Partien gegen den Rekordmeister bei einem Torverhältnis von 2:27! Auch die beiden Borussen-Klubs aus Dortmund und Mönchengladbach ließen kaum etwas anbrennen und gewannen je sechsmal und verloren keine Partie. Auch Schalke gewann sechs Partien, verlor aber zuhause ausgerechnet gegen die 21-Punkte-Fürther. Zudem waren beide Siege gegen Paderborn überaus schmeichelhaft.

Lange Durststrecken Hypotheken im Abstiegskampf
Was fällt sonst noch auf? Die vier Aufsteiger mussten während ihrer Bundesliga-Intermezzi unglaubliche Misserfolgsserien erleiden. Während es Braunschweig bis zum 10. Spieltag auf vier kümmerliche Zähler brachte und bis zum 8. Spieltag auf den ersten Sieg warten musste, fuhr Fürth zwischen dem 3. und 19. Spieltag keinen einzigen Dreier ein. So gerieten beide vom Start weg ins Hintertreffen und waren frühzeitig auf Platz 18 abonniert.

Wenn die Puste ausgeht, hilft selbst ein guter Start nichts
Paderborn und Düsseldorf starteten hingegen furios. Die Ostwestfalen holten acht Punkte aus den ersten vier Partien. Düsseldorf zehn aus den ersten sechs. Doch das gute Startpolster schmolz im Verlauf der Runde zusehends dahin. Während sich beide bis zur Winterpause noch im Mittelfeld halten konnten, ging in der Rückserie fast nichts mehr. Paderborn holte zwischen dem 11. und dem 28. Spieltag nur einen Sieg, dem zehn Niederlagen gegenüberstanden. Düsseldorf feierte nach dem 22. Spieltag keinen einzigen Sieg mehr. Die Rheinländer verloren ihre letzten fünf Partien ausnahmslos. Paderborn gelang in den letzten drei Partien ebenfalls kein Punktgewinn mehr.

Den Lilien muss es gelingen regelmäßig Siege einzustreuen
Was sagen uns also die Bilanzen der jüngsten Erstligaaufsteiger, die noch am ehesten der Kragenweite der Lilien entsprechen? Es braucht nicht viel und auf die Lilien kommen mehr als nur drei, vier Niederlagen am Stück zu, wie SVD-Coach Dirk Schuster und Präsident Rüdiger Fritsch zuletzt meinten. Wenn es die 98er aber schaffen eine ausgeprägte Negativserie zu vermeiden, wenn sie es schaffen alle drei bis vier Spiele einen Sieg einstreuen, wenn ihnen im Saisonendspurt nicht die Puste ausgeht, ja dann könnte der Klassenerhalt drin sein. Wie die letztjährigen Ergebnisse zeigen, gibt es einige ‚anfällige‘ Kontrahenten unter den etablierten Erstligisten. Solche Chancen gilt es beherzt zu ergreifen. Am besten die 98er starten gleich am 1. Spieltag mit einem Sieg gegen Hannover. Vor einem Jahr stand Lilien-Neuzugang Mario Vrancic beim 2:0-Sieg Paderborns über 90 Minuten auf dem Feld. Er weiß also, wie die ‚Roten‘ zu schlagen sind.

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2 Gedanken zu “Was die Underdogs der Vorjahre die 98er lehren

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