Spieltag 4: Bayer 04 Leverkusen vs. SVD

Bayer-vs.-Lilien_250pxZum ersten Mal messen sich die Lilien in der noch jungen Bundesliga-Saison mit einem Champions-League-Klub. Leverkusen heißt das Ziel der Dienstreise. Man ist geneigt zu sagen, dass sich die 98er warm anziehen müssen, denn einmal ins Rollen gekommen, sind die Rheinländer nur schwer aufzuhalten. Wie immer nutze ich die Einstimmung auf das Spiel auch zu einem Blick in den Lilien-Rückspiegel. Zurück in eine Zeit, als die BayArena noch Ulrich-Haberland-Stadion hieß.

So sieht’s aus:
3 Spiele, 3 Unentschieden, 3 Tore, 3 Gegentore, 3 Punkte. Eine ordentliche Ausbeute für den wahlweise „underdogigsten Underdog“ (Sportjournalist Steffen Gerth) oder „krassesten Außenseiter“ (Coach Dirk Schuster) der Bundesliga. Insbesondere die Punkteteilungen auf Schalke und gegen Hoffenheim mussten jedoch mit einem immensen Kraftaufwand erarbeitet werden. Das 0:0 gegen Hoffenheim zeigte dabei überdeutlich, dass die Luft im Oberhaus ganz schön dünn ist und gegen Spielende auch kollektiv ausgehen kann. Man muss kein Prophet sein um festzuhalten, dass sich so auf die Dauer Aufwand und Ertrag nicht die Waage halten werden. Nun steht das Gastspiel bei den äußerst spielfreudigen und quirligen Jungs aus Leverkusen an. Trotz des 0:3 am letzten Spieltag in München ist die Heimelf äußerst erfolgreich und überzeugend in die neue Spielzeit gestartet. Das 3:0 in der Qualifikation zur Champions League gegen Lazio Rom zeigte, dass ganz andere Kaliber ihre Probleme kriegen, wenn das Bayer-Kollektiv einmal ins Rollen kommt. Wird das Abwehrbollwerk der Lilien halten? Wird die SVD-Taktik aufgehen, den Spielrhythmus der Heimelf effektiv zu stören? Will Dirk Schuster tatsächlich – wie angekündigt – mutig nach vorne spielen? Werden die Bayer-Akteure schon das Champions-League-Duell gegen BATE Baryssau im Hinterkopf haben? Wird Leverkusen – wie in den vergangenen beiden Spielzeiten gegen Eintracht Braunschweig und den SC Paderborn 07 – zu Hause eine unerwartete Punkteteilung hinnehmen müssen? Normalerweise ist all dies kaum anzunehmen. Doch was ist schon normal bei Spielen mit dem SV Darmstadt 98?

Alter Bekannter:
Kevin Kampl hat sich kurz vor dem Ablauf der Wechselfrist seinem Ausbildungsverein Bayer Leverkusen angeschlossen. Das Werksteam ließ sich die Rückholaktion rund elf Millionen Euro kosten. Kampl hatte das Spitzenteam 2011 zum VfL Osnabrück verlassen, bevor er über den VfR Aalen, RB Salzburg und Borussia Dortmund nun wieder in seiner fußballerischen Heimat gelandet ist. Sein erster Einsatz für den VfL Osnabrück erfolgte am 23. Juli 2011 im Stadion am Böllenfalltor! Zum Saisonauftakt der Spielzeit 2011/12 gastierte der VfL beim Drittligaaufsteiger aus Darmstadt und behielt mit 1:0 die Oberhand. Besonders auffällig war schon damals der erst 20-jährige Kampl, der als technisch versiert, handlungsschnell und agil in Erinnerung blieb. Der kicker sah in ihm den besten Spieler auf dem Platz. Er ließ erahnen, dass es die 98er in der 3. Liga mit anderen Hausnummern  zu tun bekommen werden.

Wir & Die & Die Bundesliga:
Nach ihrem zweiten Bundesligaaufstieg traf der SVD im August 1981 erstmals überhaupt auf Bayer Leverkusen. Die Rheinländer waren denkbar schlecht in ihre dritte Erstligaspielzeit gegangen. Ein 2:6 gegen die Bayern und ein 0:3 gegen Bochum setzten die Werkself unter Zugzwang. Die Lilien hatten sich mit einem 1:1 in Bielefeld und einem 1:2 gegen Bayern besser geschlagen. Doch trotz der ermutigenden Ergebnisse ließen die 98er in Leverkusen beide Zähler liegen. Einmal Leverkusens Topstürmer Arne Larsen Økland und zweimal Thomas Hörster trafen für die Bayer-Elf, während die beiden Lilien-Neuzugänge Guido Stetter und Helmut Zahn ihr Team mit zwei Treffern bis zum Schluss im Spiel hielten. Der kicker schrieb anschließend: „Bis zum Schlusspfiff hatten die Platzherren einen offenen Schlagabtausch zu überstehen, den sie mit etwas Glück über die Runden brachten.“ Letztlich eine ärgerliche Niederlage gegen einen Abstiegskonkurrenten.

Ach ja, an diesem Wochenende vor fünf Jahren …
… gab es einen überzeugenden 3:0-Auswärtssieg bei 1860 II. Den nie gefährdeten Erfolg schossen zweimal Yannick Stark und einmal Matías Esteban Cenci bereits nach 47 Minuten heraus. Damit hatten die 98er in der Regionalliga Süd nach dem 7. Spieltag den Kontakt zur erweiteren Tabellenspitze hergestellt. Für die Gastgeber standen im Stadion an der Grünwalder Straße übrigens neben Kevin Volland die späteren Lilien-Spieler Julian Ratei und Dimitry Imbongo Boele in der Startelf.

Und die Junglilien?
Die lassen am Sonntag nach ihrem Premierentor vom vergangenen Wochenende hoffentlich ihre(n) Premierenpunkt(e) folgen. An der Zeit wäre es jedenfalls. Vier Spiele, vier Niederlagen und 1:17 Tore drücken den jungen Bundesligaaufsteigern schon ein wenig aufs Gemüt. Nun kommt der Nachwuchs vom 1. FC Saarbrücken. Der letztjährige Aufsteiger hatte sich in der vergangenen Saison gerade so in der Liga gehalten und war zunächst auch als Abstiegskonkurrent ausgeguckt worden. Doch die Saarländer haben zwar nach den Lilien die schwächste Defensive (12 Gegentore), dafür aber schon zwei Siege eingefahren. Unter anderem gegen Ingolstadt, gegen die der SVD verloren hatte. Auch gegen Hoffenheim (2:4) sahen die Gäste wesentlich besser aus, als die Lilien (0:8). Dennoch muss am Samstag ein (Teil)Erfolg her.

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