Spieltag 11 (#d98fci): „Wir stehen uns meistens selbst im Weg“

screenhunter_28-nov-13-17-26Am Samstag geht’s um drei Punkte … oder eben um sechs. Der bislang sieglose FC Ingolstadt (17.) kommt mit neuem Trainer zum SV Darmstadt 98 (15.) und will sicher nicht mit leeren Händen nach Hause fahren. Das will der SVD verhindern und den Abstand zu den Schanzern mit einem Sieg auf neun Punkte ausbauen. FCI-Fan Julia bringt mir im Verlauf meines Vorberichts die Situation bei den Gästen näher.

So sieht’s aus:

Die Lilien haben die Länderspielpause dazu genutzt, um weiter am Spielsystem zu feilen. Zudem galt es die Integration der 14 Neuzugänge voranzutreiben. Dominik Stroh-Engel erläuterte bei einer Podiumsdiskussion, dass die alten Spieler sehr bei der Integration der Neuen helfen. Wie schon in den vergangenen Jahren, treffe sich das Team immer wieder zu gemeinsamen Mahlzeiten. In der spielfreien Zeit duellierten sich die Lilien derweil in einem Testspiel mit dem VfB Stuttgart. Am Ende stand es gegen den Zweitligisten 4:1. Ein Ergebnis das gut tut, wenngleich die Schwaben im Vergleich zu den 98ern auf noch mehr Nationalspieler verzichten mussten. In Stuttgart durfte Testspieler Markus Steinhöfer ein paar Einsatzminuten sammeln und prompt den Treffer zum Endstand vorbereiten. Vielleicht wird der vertragslose Profi bald zur Lilie, um die Probleme auf der Außenverteidigerposition zu beheben?

Ungut war das Gefühl nach dem letzten Bundesligaspiel. 3:2 hieß es am Ende für Bayer Leverkusen und zwar völlig verdient. Die Lilien boten in Halbzeit 1 – abgesehen von einem Milosevic-Schüsschen – offensiv rein gar nichts. In den zweiten 45 Minuten wurde es etwas lebendiger und prompt fielen zwei Tore. Dennoch vermittelte der SVD nicht den Eindruck, als ob er zwingend an sich und seine Chance geglaubt hätte. Und die wäre zweifellos da gewesen, gegen eine Bayer-Elf, die in den vorangegangenen Wochen im Dauereinsatz war. So bleibt fürs Erste die Hoffnung auf weitere Heimpunkte.

Am besten gleich am Samstag, wenn der FC Ingolstadt zum Tabellenkeller-Duell anrückt. Der letztjährige Mitaufsteiger kommt in der aktuellen Spielzeit bislang nicht so recht aus dem Quark. Zwei Punkte nach zehn Partien waren in der Bundesligahistorie stets gleichbedeutend mit dem Abstieg. Bei den Schanzern griffen folglich die Mechanismen des Geschäfts und der vor der Saison verpflichtete Ex-KSC-Coach Markus Kauczinski musste seinen Hut nehmen. In dieser Hinsicht haben die Lilien den Verlust ihres Aufstiegstrainers Dirk Schuster besser kompensiert. Und dennoch ist da das Gefühl, dass der FCI ein wenig zu schlecht wegkommt. Zumindest gegen Bayern und Dortmund belohnten sich die Schanzer nicht (oder nur teilweise) für überzeugende Leistungen. Maik Walpurgis soll es nun an der Seitenlinie richten. Bislang bestenfalls in der 3. Liga zuhause, kam seine Verpflichtung überraschend. Namhaftere Trainer hatten angeblich kein Interesse an einem Engagement in Ingolstadt, so dass Manager Thomas Linke zu Walpurgis griff. Im kicker war zu lesen, für Linke passe der neue Coach von seinem Spielstil und seiner Philosophie am besten zu den Schanzern. Das Spiel gegen die Lilien wird ein erster Fingerzeig sein. Das Ziel von Norbert Meier und seinem Team muss es sein, bei den Gästen erst gar keine Hoffnung aufkeimen zu lassen.


Der Kontrahent hat das Wort

Julia (@JuliAuripolis) versorgt die Twitter-Community mit Informationen und Meinungen rund um die Schanzer.

Julia, am vergangenen Samstag gab der FCI bekannt, mit dem neuen Coach Maik Walpurgis den Abstieg aus der Bundesliga abwenden zu wollen. Wie ist Dein Gefühl bei der Personalie?
Ich war sehr überrascht und muss gestehen von Maik Walpurgis vorher noch nicht viel mitbekommen zu haben. Deshalb muss ich auf unsere Funktionäre vertrauen. Ich bin gespannt wie er mit dem Druck in der Bundesliga klar kommt.

Bist Du froh, dass es zu dem Trainerwechsel kam?
Ja, das war jetzt eine gute Gelegenheit mit der Länderspielpause. Ich hoffe, wir können den Schwung nutzen und vor der Winterpause noch den ein oder anderen Punkt mitnehmen.

So mancher Klub bedient sich mittlerweile beim eigenen Unterbau, um den Cheftrainerposten zu besetzen. Stefan Leitl – der als Spieler drei Jahre die Lilie auf dem Trikot trug – trainiert schon seit geraumer Zeit eure Zweite in der Regionalliga Bayern. Wäre er kein geeigneter Kandidat gewesen?
Ich glaube man hätte Stefan keinen Gefallen getan, wenn man ihm in dieser undankbaren Situation die Verantwortung für die Profis übertragen hätte. Er musste sich als Trainer erst finden und ist auf einem guten Weg. Ich persönlich hätte mir in der schwierigen Situation einen Trainer mit Bundesligaerfahrung gewünscht.

Was lief unter Markus Kauczinski falsch? Passte sein System nicht? War der Verlust wichtiger Spieler zu groß? Wobei, im Vergleich zu den Lilien war euer Aderlass sehr moderat und ihr hattet den neuen Kader relativ schnell beisammen.
Unübersehbar konnten wir unsere Schwäche vor dem Tor in dieser Saison nicht mehr durch Elfmeter kompensieren. 😉 Uns fehlt jemand der mal ein paar Tore macht, das ist eindeutig. Viele Mannschaften haben sich mittlerweile auf unsere Spielweise eingestellt, Dinge die letztes Jahr funktionierten wurden durchschaut und laufen ins Leere.

Zwei Punkte nach zehn Spieltagen lesen sich ernüchternd. Aus der Ferne konnte man dennoch den Eindruck erhalten, da war das ein oder andere Mal Pech dabei. Hat es der FCI also auch mit einer Ergebniskrise zu tun?
Klar war da das ein oder andere Mal Pech dabei, aber wir sind schon größtenteils an unserem eigenen Unvermögen gescheitert.

Wie präsentierten sich die verbliebenen Leistungsträger bislang. Also Roger, Marvin Matip, Pascal Groß, Dario Lezcano, Mathew Leckie oder Moritz Hartmann?
Natürlich tragen auch sie zur aktuellen Situation bei. Moritz Hartmann und Dario Lezcano fehlen die Durchschlagskraft, der Zug zum Tor und manchmal auch das Glück. Pascal Groß bleibt wie letztes Jahr hinter der Leistung der Aufstiegssaison zurück.

Wie erwartest Du den FCI in Darmstadt? Wird er voll auf Sieg spielen, oder lieber einen Punkt mitnehmen und sukzessive Sicherheit gewinnen?
Ich würde mich freuen eine hungrige Mannschaft zu sehen, die zum Tor zieht und das auch mal trifft. Wir haben leider nicht die Zeit uns jetzt langsam wieder nach oben zu arbeiten, weil der Abstand nach oben mit fünf Punkten auf Bremen und sechs Punkten auf euch schon relativ deutlich ist.

Welchen Gefallen sollten die Lilien dem FCI während der 90 Minuten auf keinen Fall tun?
Wir stehen uns meistens selbst im Weg, keine Sorge 😉

Ich bin gespannt. Vielen Dank, Julia.


An diesem Wochenende vor vier Jahren:

Da waren die Lilien hart in der Realität aufgeschlagen. Nachdem sie in der Vorwoche beim Karlsruher SC 2:0 verloren hatten, versemmelten sie am 18. November zuhause das Drittliga-Duell gegen Rot-Weiß Erfurt, seines Zeichens Tabellen-19. Das Resultat nach dem 18. Spieltag: Der SVD stürzte auf den 20., den letzten Tabellenrang.

Beim Zweitligaabsteiger KSC hielten die Darmstädter Derbysieger der Vorwoche lange mit und machten es den Gastgebern schwer. Nach der Pause aber intensivierte das Spitzenteam aus Baden seine Offensivbemühungen und traf eine Viertelstunde vor Spielende durch Rouwen Hennings zum 1:0. Nur zwei Minuten später war der Deckel drauf: Danny Latza köpfte eine Ecke von Hakan Calhanoglu ins eigene Netz.
Das Lilien-Team beim 0:2 in Karlsruhe:
Zimmermann – Gaebler, Gorka (Beisel), Islamoglu, Stegmayer – Latza – Zimmerman (da Costa), Baier, Behrens, Hesse (Albayrak) – Steegmann
Zuschauer: 10.219

Damit stand der SVD eine Woche später gegen den Tabellennachbarn aus Erfurt gehörig unter Druck. In der ersten Hälfte ging gar nichts. Die lediglich 4.700 Fans erlebten ein Spiel auf äußerst dürftigem Niveau, in dem die Gäste sogar noch die besseren Aktionen hatten. Nach der Pause blieben die Thüringer am Drücker und Dominick Drexler erzielte nach einer Stunde das Tor des Tages. Die 98er riskierten nun mehr und hatte zwei, drei gute Ausgleichsmöglichkeiten, die jedoch nicht den Weg ins Ziel fanden. Mit dem Schlusspfiff traf Cem Islamoglu noch den Pfosten und danach hieß es raus ohne Applaus. Bezeichnend für die Abwärtsspirale unter Jürgen Seeberger war die Leistung von Marc Schnier. Er ersetzte hinten rechts den gesetzten Andreas Gaebler. Das Resultat: Eine „unglückliche“ Leistung, die – nachdem das Gegentor über seine Seite gefallen war – in seiner Auswechslung mündete und ihm die kicker-Note 6 einbrachte. La tristesse durera!
Das Lilien-Team vom 0:1 gegen Erfurt:
Zimmermann – Schnier (Tatara), Islamoglu, Gorka (Beisel), Stegmayer – Behrens – Hesse (Latza), Baier, da Costa, Zimmerman – Steegmann
Zuschauer: 4.700

Kleine Randnotiz: Nach diesem Spieltag entließ Ligakonkurrent Stuttgarter Kickers seinen Trainer Dirk Schuster. Die Gründe waren der Absturz auf Platz 18, nur ein Punkt aus den vorangegangenen sechs Spielen und kein Tor aus den letzten fünf.

Advertisements

2 Gedanken zu “Spieltag 11 (#d98fci): „Wir stehen uns meistens selbst im Weg“

  1. Pingback: Spieltag 11 (#d98fci): „Wir stehen uns meistens selbst im Weg“ | re: Fußball

  2. Pingback: Spieltag 11 (#d98fci): „Wir stehen uns meistens selbst im Weg“ | re: Fußball

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s