Insider im Gespräch über … Marcel Franke

Neuzugang Nummer 2 steht fest: Es ist Marcel Franke, der leihweise von Norwich City nach Darmstadt stößt. In der vergangenen Rückrunde spielte er ebenfalls leihweise bei Ligakonkurrent Dynamo Dresden. Der Innenverteidiger kehrte damals zu seinen Wurzeln zurück, wurde er doch bei der SGD ausgebildet. Ich sprach mit Dyanomo-Fan Ludwig darüber, wie er den Lilien-Neuzugang einschätzt.

Ludwig, als ich zu Beginn der vergangenen Saison mit Fürth-Fan Jakob sprach, hatte Marcel Franke die Spielvereinigung gerade nach Norwich verlassen. Er bedauerte es, dass sein Klub mit ihm einen sehr wichtigen Defensivspieler verloren hatten. War er in der Rückrunde für euch auch ein sehr wichtiger Spieler?
Er war insofern wichtig, als dass wir nach der Verletzung von Innenverteidiger Sören Gonther nicht über genügend zweitligataugliche Optionen im Kader verfügten. Franke erfüllt für die 2. Bundesliga alle Aufgaben, die ein klassischer Innenverteidiger erfüllen muss, in Dresden muss aber noch ein wenig mehr dazu kommen. Um das anschaulicher zu machen: Bei Dynamo übernehmen die Innenverteidiger einen wesentlichen Teil des Spielaufbaus. Laut Opta Sports passen alle Verteidiger pro Spiel den Ball etwa 50- bis 55-mal an ihre Mitspieler. In Darmstadt lag der Topwert in der letzten Saison bei 42 Pässen pro Spiel, die mit Altintop zudem auf einen Mittelfeldspieler entfielen.

Hättest Du Marcel Franke denn gerne weiterhin in Schwarz und Gelb gesehen?
Ja, sehr gerne sogar. Aber nicht als gesetzter zweiter Innenverteidiger neben Florian Ballas. Das hat einen wichtigen Grund. Franke ist – wie vorher schon erwähnt – ein klassischer Innenverteidiger. Unter Uwe Neuhaus sind die Anforderungen eines Spielers auf dieser Position allerdings etwas anspruchsvoller. Für die Kadertiefe und als Persönlichkeit hätte ich ihn gerne als Verteidiger Nummer 3 in Dresden behalten, dies ist aber finanziell nicht möglich.

Das heißt, Du siehst bei Franke vor allem Schwächen im Spielaufbau?
Um es klar zu sagen, er hat solide gespielt, aber nicht auf konstant hohem Niveau. Dafür ist eine halbjährige Leihe womöglich auch zu kurz, um sich an das neue System zu gewöhnen. So fehlte mir bei ihm zu Beginn die Bindung ans Kollektiv und im Laufe der Rückrunde merkte man tatsächlich, dass er nicht so viel zum Spielaufbau oder zur Offensive beitragen konnte, wie das vor ein paar Jahren beispielsweise Michael Hefele tat.

Immerhin wurde Franke in 14 Partien nur zweimal verwarnt. Das könnte man so interpretieren, dass er die Zweikämpfe clever bestreitet. Stimmt der Eindruck?
Das möchte ich bestätigen. Frankes‘ Zweikampfführung ist sehr fair.

Was zählst Du zu den Stärken im Spiel von Franke und in welchen Situationen hast Du eher mal aufgestöhnt?
Zu seinen Stärken zählen neben der sauberen Zweikampfführung das defensive Kopfballspiel sowie eine hohe Passsicherheit zum Nebenmann, aber eben nicht im Spielaufbau. Deshalb stöhnte ich auch auf, wenn er lange flache Bälle in das zentrale Mittelfeld spielt und der Gegner diese einfach erlaufen und damit sofort umschalten konnte.

Wenn er hinten schon stark in den Luftduellen ist, ist er dann auch bei eigenen Standards torgefährlich?
Nein, das muss man leider so klar sagen.

Du sprachst vorhin davon, dass Franke eine Persönlichkeit sei. Was meinst Du genau damit?
Franke ist ein mannschaftsdienlicher und sehr zielstrebiger Spieler der sich augenscheinlich nicht so leicht aus der Ruhe bringen lässt. Bodenständig und authentisch umschreiben ihn für mich am besten.

Franke ist ein Dynamo-Eigengewächs, spielte aber erst zuletzt während seiner Ausleihe eine Rolle in eurer Profimannschaft. Gab es eine besondere Beziehung der Fans zu ihm?
Als Dresdner Junge hat man bei den Fans immer einen Stein im Brett. Alle waren froh einen verloren gelaubten Sohn der Stadt und des Vereins wieder zu haben. Auch wenn dieser Umstand nur ein paar Monate hielt, wünscht ihm die Familie der Sportgemeinschaft alles Gute auf seinem weiteren Karriereweg.

Ludwig, besten Dank für das Teilen Deiner Ansichten zu Marcel Franke.

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